Das neue Sportgelände der Stadt Simbach a. Inn
vom 11.05.2006
Der ASC macht einen Stich nach dem andern
Nach dem Baubeginn für die neuen
Spielplätze wurde jetzt auch der Anbau im Stadion aus der Taufe gehoben
„Eine
Investition für die Jugend“ − darum schauten beim Spatenstich die Honoratioren
aus der zweiten Reihe zu (hinten von links): Architekt Manfred Gramer,
ASC-Präsident Gerhard Huber und die Bürgermeister Richard Findl, Heinz Tietze
und Hans-Dieter Scheiblhuber geben Tipps an die E-Jugendspieler (vorne von
links) David Helplic, Ludwig Kißling und Gianluca Nestola. (Foto: Danninger)
von Franz Danninger
Simbach. Schlag auf Schlag geht‘s derzeit beim ASC: Bayerische
Hallenmeisterschaft, Spatenstich neue Fußballplätze, Sportler-Ehrung - und jetzt
beginnt auch noch der Bau des neuen ASC-Heims.
Wieder einmal hatte der Präsident des Allgemeinen Sportclubs allen Grund, von
„glücklichen Tagen für den ASC“ zu sprechen - Gerhard Huber und seine Mannen
kommen aus der Feierlaune kaum heraus. Denn wieder einmal fuhren Spaten in die
Erde, dieses Mal, um so den Startschuss zu geben für den Anbau ans
Stadion-Gebäude.
Im Herbst ziehen die Fußballer ein in den 255 000-Euro-Bau. Vorher gibt‘s aber
nochmal ein Abschiedsfest an ihrem Stamm-Domizil an der alten Rennbahn: Am
Samstag, 16. September, soll‘s dort noch ein letztes Mal rund gehen.
Doch bevor es soweit ist, müssen sich am und neben dem Stadion noch eine Menge
fleißiger Hände rühren. 22 Meter lang und elf Meter breit wird er, der ASC-Bau,
der nahtlos ans bestehende Stadiongebäude anschließt. Rund 200 Quadratmeter
Nutzfläche stehen den ASC‘lern dann zur Verfügung. Der Besprechungsraum nimmt
davon rund 50 ein. Den Rest bilden zwei Umkleideräume samt Duschen und Toiletten
(jeweils knapp 35 qm), Schiri-Umkleide, Lager für Getränke, Bälle und Dressen.
„Ihr bekommt genau den gleichen Platz wieder, den ihr jetzt an der alten
Rennbahn auch habt“, machte Bürgermeister Richard Findl den ASC-Mitgliedern
klar, die bei der Sportler-Ehrung und beim Spatenstich dabei waren. Erneut wies
er darauf hin, dass die Stadt auf Grund eines Beschlusses des damaligen
Gemeinderats von Simbach aus dem Jahr 1929 verpflichtet sei, dem Sportclub eine
Heimat zu bieten. „Man muss zu einem Wort stehen, egal wie alt es ist.“ Und
wieder zeigte sich Findl sehr zufrieden, „dass es nach 20 Jahren zähem Ringen
doch noch gelungen ist, die Pläne für die alte Rennbahn zu verwirklichen.“
ASC-Chef Huber stimmte zu: „Die Stadt hat nun neue Entwicklungsmöglichkeiten.
Und wir freuen uns, dass wir dabei helfen dürfen.“ Sobald der ASC die Rennbahn
geräumt hat, will Investor Dr. Herbert Küblböck dort mit den Bauarbeiten für das
geplante Fachmarktzentrum beginnen.
Passend zum Huber-Spruch „die Zukunft des ASC ist vollauf gesichert“, erledigten
nicht die üblichen Honoratioren die „Spatenarbeit“, sondern drei E-Jugendspieler
des ASC. David Helplic, Ludwig Kißling und Gianluca Nestola plagten sich rund
zehn Minuten (am Schluss doch mit Erwachsenen-Hilfe), dann wurden sie fündig:
Einen WM-Ball für jeden hatte Architekt Manfred Gramer spendiert.
Nur erfreuliche Seiten gewann Gramer dem Neubau ab: „Er ist gut für uns Planer,
für die beteiligten Firmen und für die Sportler.“ Man habe versucht, eine
Einheit zu schaffen, die für den normalen Spielbetrieb des ASC ausreiche, „nur
bei Turnieren muss man das restliche Stadiongebäude mit einbeziehen.“
Auch wenn die Bauarbeiten noch nicht begonnen haben (der Stadtrat muss noch
mehrere Gewerke vergeben, fest stehen aber die Baumeisterarbeiten: Sie werden
von der Simbacher Firma Mayerhofer ausgeführt), beim Spatenstich war schon das
Brummen einer Baumaschine zu vernehmen: Eine Raupe schob die beiden neuen
ASC-Plätze zwischen Stadion und Schulzentrum aus. 68 mal 105 Meter misst das
große Spielfeld, 40 mal 60 das kleine. Dazu gibt‘s eine 280 Meter lang Tribüne
mit Betonstufen „für 500 bis 600 Zuschauer“, wie Findl ausführte. Kosten: 47 700
Euro. Dazu sechs Leuchtmasten, Beregnungsanlage, Rollrasen, Gerätehäuschen, 53
Parkplätze, 50 junge Bäume, 175 Sträucher, 70 000 Euro für den
Landschaftsarchitekten - und schon ist man auf 534 521 Euro für die Plätze.
„Das ist kein Geld, das wir normalerweise zur Verfügung haben, sondern aus dem
Grundstücksverkauf“, sagt Bürgermeister Findl. „Man kann einen Verein von der
Größe und der Bedeutung des ASC nicht im Regen stehen lassen.“ Außerdem zahle
der Club auch weiterhin Unterhaltskosten wie Wasser, Strom und Heizung selbst.
Und mit Blick auf verdeckte und offene Kritik an der hohen Investition in das
neue ASC-Domizil merkte er an: „Sicher werden uns da und dort noch Steine in den
Weg gelegt - aber dazu sind sie da, dass man sie wegräumt.“
Für die Stadion-Eröffnung im Herbst kündigte Findl an, man suche nach einem
Knaller: „Wir haben schon mit dem AS Rom Kontakt aufgenommen.“